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Chronik

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Stadt Varel

Gründung als Freiwillige Turnerfeuerwehr im Jahr 1881
Varel - Erst nach einigen Gründungsversuchen in den Jahren 1865, 1874, 1878 und 1880 wurde gegen alle Widerstände die Freiwillige Turnerfeuerwehr Varel 1881 gegründet. Schon vorher war eine Änderung des Grundgesetzes des Turnverbandes erfolgt, die jeden Turner verpflichtete, der Freiwilligen Turnerfeuerwehr beizutreten. Am 5. Februar 1881 fand die konstituierende Versammlung der Freiwilligen Turnerfeuerwehr statt. Zum Hauptmann wurde Georg Springer, zu dessen Stellvertreter, sowie auch zugleich zum Schriftführer Carl Block gewählt. Zugleich wurde auch eine Steigerabteilung gebildet und beschlossen, die Feuerwehr vom Turnverein zu trennen.

Die Feuerwehr existierte jetzt, die Mannschaft (85 Mann) war vorhanden, jedoch keinerlei Gerät und Ausrüstung. Die Mittel dafür beschaffen sich die Männer auf verschiedenen Wegen. Hauptsächlich die Vareler Bürgerschaft und die verschiedenen Feuerversicherungsgesellschaften spendeten. Aber die Feuerwehrmänner griffen auch in die eigene Tasche. So wurde für das Kernstück der Ausrüstung, eine Spritze, ein Kredit von 550 Mark aufgenommen. Die Verzinsung teilten sich zehn Turner. Erst 1883 spendierte die Stadt 200 Mark, um einen Teil der Schuld abzutragen (Zinssatz 4 %). Einige Zeit später bewilligte der Stadtrat 500 Mark zur Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen. Allerdings unterlag im Gegenzug die Wahl des Hauptmannes auch der Bestätigung durch den Stadtmagistrat, womit die Stadt die zweckmäßige Verwendung der Zuschüsse absichern wollte.

Im Gründungsjahr erster Feuerwehrtag
Bereits im Gründungsjahr war am 14. August 1881 Varel Gastgeber eines Feuerwehrtages. Der Vareler Vorstand hatte sämtliche Feuerwehren aus dem Herzogtum Oldenburg zu diesem Feuerwehrtag eingeladen. Zu diesem Zweck kamen unter anderen 50 Oldenburger Kameraden mit einem Extrazug nach Varel. Durch die reich geschmückten Straßen und von großen Menschenmassen begleitet zogen die Mannschaften vom Bahnhof zum „Butjadinger Hof“. Da die Zeit drängte, wurde beschlossen, am 25. September 1881 in Oldenburg eine Delegiertentagung abzuhalten, wo es um die Gründung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes e.V. ging. Auch die Freiwillige Turnerfeuerwehr Varel war dort vertreten.

Steigergruppe, Leiterzug
Der Leiterzug war mit einer mechanischen Schiebleiter mit 15 Metern Steighöhe ausgerüstet, sie wurde im Jahr 1906 angeschafft.


Leiterzug der Freiwilligen Turnerfeuerwehr Varel, August 1906

Wasserturm und Wasserwerk
Im Jahre 1913 - 1914 wurde der 56 Meter hohe Wasserturm mit seinen Wasserspeicher in der Turmspitze fertig gestellt. Die Stadt wurde mit einem Leitungsnetz versehen und es entstanden 150 Löschwasser- Hydranten im Stadtbereich.

Hydrantenzug
Der Hydrantenzug hatte die Aufgabe, vor den Spritzen auszurücken und bis zu deren Eintreffen die Wasserversorgung herzustellen. Überall im Stadtgebiet waren Hydranten verteilt. Die Männer vom Hydrantenzug fuhren auf Fahrrädern. Jeder hat ein Teil der erforderlichen Ausrüstung mitgeführt: Hydrantenschlüssel, Standrohr, Schläuche usw. Angeschafft wurde 1928 ein Motorrad, und zwar ein Dreirad mit einer Plattform zur Beförderung von 2 -3 Mann und Material. Ein richtiges Fahrzeug, ein Hansa 10/30, das in Eigenleistung ausgebaut wurde, erhielt der Hydrantenzug 1930. In dieser Form blieb der Hydrantenzug bis 1940 bestehen.

Die Kriegszeit
Die Feuerwehr erhielt am 16. März 1943 ein neues schweres Löschgruppenfahrzeug (SLG). Um den Brandschutz sicherstellen zu können, wurde außerdem zwischen der Landesfeuerwehrschule Loy und der Feuerwehr Varel ein Leihvertrag über fünf leichte Löschgruppenfahrzeuge (LF 8) vereinbart.

Als im zunehmenden Maße die größeren Städte und kriegswichtigen Industrieanlagen durch Bombenangriffe der alliierten Streitkräfte zerstört wurden, wurden ab April 1943 Feuerwehrbereitschaften gegründet. Ihre Aufgabe war es, Hilfe bei Großangriffen in der näheren und weiteren Umgebung zu leisten. Die Feuerwehr Varel musste zu Einsätzen nach Bremen, Wilhelmshaven, Delmenhorst und nach Sande ausrücken.

Nach Kriegsende
Zunächst wurde durch die Militärregierung eine „Politische“ Säuberung vorgenommen. Am 10. Oktober 1945 folgte die Entnazifizierung. Die Feuerwehr wurde auf die Geflogenheiten der Siegermächte umgestellt. Die grüne Farbe der Feuerlöschpolizei verschwand ebenfalls, es wurde wieder die schon bekannte rote Farbe an Löschfahrzeugen verwendet. Der Feuerwehr wurde es genehmigt, die noch vorhandenen Luftschutzsirenen für den Feueralarm zu nutzen.

Krankentransportdienst
Am 11. Dezember 1945 erteilte das Headquarter der Britischen  Militärregierung, Abt. Innere Angelegenheiten, die Instruktion Nr. 24,  im Landkreis Friesland den Rettungs -und Krankentransport von der Feuerwehr Varel und Jever durchzuführen, bis er dann am 3. Juni 1954 privatisiert wurde.

Im Feuerlöschwesen wieder aufwärts
Nach der schlechten Zeit ging es dann im Löschwesen ständig aufwärts, Es wurden neue Löschfahrzeuge angeschafft, im Jahre 1955 kam dann das LF 15 von der Firma Henschel. Dieses Fahrzeug war bis 1987 im Einsatzdienst und wird heute noch als Oldtimer sehe gepflegt. Das Fahrzeug wurde durch ein LF 16/12  MAN Ziegler ersetzt und 1961 folgte das leichte Löschfahrzeug LF 8 von Borgward. Das alte Feuerwehrhaus war zu eng und so wurde an der Pelzerstraße 1976 ein modernes Feuerwehrhaus in Betrieb genommen und nach und nach der Fahrzeugbestand modernisiert. Im Sommer 2004 kam dann die bisher letzte Neubeschaffung, ein Rüstfahrzeug RW 1 mit Zusatzbeladung Ölwehr. Somit ist die Schwerpunktfeuerwehr Varel mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, Löschfahrzeug LF 16/12, Drehleiter DLK 18/12 CC , Löschfahrzeug LF 8, Schlauchwagen SW 1000 mit TS 16/8 TSA, Löschfahrzeug P 250 und Boot, ein Einsatzleitfahrzeug ELF und ein Mannschaftstransportfahrzeug MTF eine moderne und technisch sehr gut ausgerüstete und schlagkräftige Schwerpunktfeuerwehr, die über 56 Mitglieder in der Einsatz und Ehrenabteilung verfügt und in einem schönen Feuerwehrhaus an der Pelzerstraße gut untergebracht ist.

Für Nachwuchs für die Einsatzabteilung sorgt die recht aktive Jugendfeuerwehr, die zurzeit von Mario Mähringer und Mathias Rothenburg geleitet wird. Bei vielen Brand- und Hilfeleistungseinsätzen hat sich die Feuerwehr im Laufe der Jahre immer wieder bewährt.

Wehrführer
Ortsbrandmeister waren Georg Springer (1881), Hauptmänner Wilhelm Stöve (1882),  Anton Funke (1887),  Friedrich Wilhelm Reuter (1903), H. Junkermann (1907),  Hermann Eilers (1920),  Ferdinand Seghorn (1931), Franz Eschler (1934), Bernhard Holjewilken (1937), Stadtbrandmeister Hans Kater (1945),  Stadtbrandmeister Hermann Carls (1959), Stadtbrandmeister Robert Nöser (1965), Ortsbrandmeister Bruno Steffen (1972), Klaus Müller (1979), Horst Steffen (1991), Hans-Dieter Onken (1995), Bernd Steffen (2003) und seit Mai 2008 Fritz Melcher.

Dieses ist nur ein kleiner Auszug aus der Chronik. Die gesamte Chronik umfasst 192 Seiten und kann mit einen Klick auf das Kontaktformular bestellt werden.